Einkommenszwang
Auskommen braucht Einkommen.
„Von irgendetwas muss man ja leben.“
- Alternativlosigkeit 9,8
- Talkshow-Präsenz 12
- Entlastungswirkung 34 %
- Empirische Haltbarkeit 9,4
- Pathologiegrad 3,1
Das Kartenspiel für alle, die nicht anders können. 36 Karten · 9 Quartette · 0 Handlungsspielräume.
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Derzeit nicht lieferbar — die Nachfrage übersteigt unsere Wachstumsfähigkeit; wir arbeiten an einem Kapazitätenausbau, der weitere Nachfrage erzeugen wird.
Produktbeschreibung
Es gibt dazu keine Alternative: Das Sachzwänge-Quartett versammelt die 36 beliebtesten Notwendigkeiten der kapitalistischen Ökonomie erstmals in einem handlichen Kartenspiel. Vom soliden Einkommenszwang über die talkshowerprobte Schuldenbremse bis zum vermögensakkumulativen Wachstumszwang (Vorsicht: maligne) ist alles dabei, was Ihnen je eine Entscheidung abgenommen hat.
Gespielt wird wie im richtigen Leben: Wer den höheren Wert nennt, hat recht, und diskutiert wird hinterher, also nie. Stechen Sie die empirische Haltbarkeit des Standortwettbewerbs (4,7) mit der Talkshow-Präsenz des Arbeitsplatzarguments (342 Auftritte/Jahr), und erklären Sie mit der Entlastungswirkung des Marktvertrauens (92 %) ganz beiläufig Ihre Zuständigkeit für beendet.
Die Systematik ist streng: Die acht systemischen Original-Sachzwänge der Forschung (◆) bilden mit je einer Ergänzung die Quartette A bis C — vom Markt über den Wettbewerb zum Wachstum. Sechs weitere Quartette decken die Arenen ab, in denen sonst noch nichts anderes übrig bleibt: Standort, Finanzmärkte, Staatshaushalt, Arbeit, Technik und zuletzt Sie selbst. Nichts doppelt, nichts vergessen — jedenfalls rebus sic stantibus. Quellen und Nebenwirkungen: siehe Beipackzettel.
Ein Muss für Aufsichtsräte, Haushaltspolitikerinnen, Talkshow-Redaktionen und alle, die schon immer wissen wollten, warum es gerade so kommen musste.
Die neun Quartette
Produktdetails
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Die Grundausstattung. Wer kein Selbstversorger mehr ist, spielt automatisch mit.
Auskommen braucht Einkommen.
„Von irgendetwas muss man ja leben.“
Einkommen braucht Investitionen.
„Wer nicht investiert, kann gleich zumachen.“
Einkommen auf Basis von Investitionen braucht Gewinn.
„Wir sind hier nicht die Caritas.“
Was zählen soll, muss Ware werden.
„Was nichts kostet, ist nichts wert.“
Die Tretmühle. Stehenbleiben ist keine der verfügbaren Optionen.
Stetiger Gewinn im Wettbewerb braucht stetige Produktivitätssteigerung.
„Wir müssen alle effizienter werden.“
Stetige Produktivitätssteigerung braucht kapitalintensiven technischen Fortschritt.
„Stillstand ist Rückschritt.“
Produktivere Technik braucht stetige Reinvestition in den Kapitalbestand.
„Der Maschinenpark muss auf Stand bleiben.“
Bestehen braucht Größe.
„Wachse oder weiche.“
Warum alles wachsen muss, damit es bleiben kann, wie es ist.
Stetige Gewinne bei steigenden Reinvestitionskosten brauchen Wirtschaftswachstum.
„Ohne Wachstum keine Gewinne, ohne Gewinne gar nichts.“
Ungleichheit reißt eine Konsumlücke; die Lücke braucht Kredit; der Kredit braucht Wachstum.
„Das Kapital muss ja irgendwo hin.“
Steigende Produktivität ohne Wachstum macht Arbeit übrig.
„Ohne Wachstum sind die Jobs weg.“
Der Sozialstaat braucht Steuern; die Steuern brauchen Wachstum.
„Die Rente muss erst erwirtschaftet werden.“
Der Wettbewerb der Staaten um alles, was weglaufen kann.
Der Standort braucht Zugeständnisse.
„Der Standort Deutschland ist in Gefahr.“
Mobiles Kapital braucht sinkende Steuern; besteuert wird, was bleibt.
„Sonst wandert das Kapital eben ab.“
Die Exportnation braucht die Nachfrage der anderen.
„Wir leben nun einmal vom Export.“
Wettbewerbsfähigkeit braucht weniger Regeln — welche, wird sich finden.
„Die Bürokratie erdrosselt uns.“
Die Gefühle eines nervösen Aggregats, verbindlich für alle.
Handlungsfähige Politik braucht das Vertrauen der Märkte.
„Die Märkte reagieren bereits nervös.“
Tragbare Zinsen brauchen drei Buchstaben.
„Das Triple-A steht auf dem Spiel.“
Der Kurs braucht Quartalszahlen; das Geschäft richtet sich danach.
„Wir sind es unseren Aktionären schuldig.“
Systemrelevanz braucht Rettung, und zwar bis Montag.
„Scheitert die Bank, scheitert alles.“
Erst bindet man sich die Hände, dann kann man leider, leider nicht anders.
Die Regel hat Verfassungsrang; die Zukunft braucht Verzicht.
„Sie steht nun mal im Grundgesetz.“
Leere Kassen brauchen Kürzungen; geleert wurden sie vorher.
„Die Kassen sind leer.“
Die Alterspyramide braucht längeres Arbeiten.
„Wir werden alle immer älter.“
Was der Haushalt nicht trägt, braucht einen Käufer.
„Der Markt kann das einfach besser.“
Zumutungen zugunsten Dritter, die sonst ihren Arbeitsplatz verlieren.
Der Arbeitsmarkt braucht Beweglichkeit — Ihre.
„Starre Regeln kosten Arbeitsplätze.“
Der Standort braucht Lohnzurückhaltung; die Kaufkraft hat Verständnis.
„Die Lohnnebenkosten! Denken Sie an die Lohnnebenkosten!“
Das Vorhaben braucht keine Begründung mehr: Es hängen Arbeitsplätze dran.
„Da hängen zigtausend Arbeitsplätze dran.“
Der Mangel braucht Flexibilität — von allen außer dem Angebot.
„Der Fachkräftemangel lässt uns da keine Wahl.“
Was möglich ist, wird nötig; was gebaut ist, war nötig.
Die Zukunft braucht Digitalisierung; die Richtung ergibt sich.
„Wer nicht digitalisiert, wird wegdigitalisiert.“
Was möglich ist, wird gebaut — sonst baut es wer anders.
„Die KI kommt so oder so. Besser, wir sind vorne dabei.“
Schritthalten braucht Tempo; das Tempo zieht an.
„Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt.“
Jeder Engpass braucht Ausbau; jeder Ausbau den nächsten Engpass.
„Die Piste ist jetzt endgültig zu kurz.“
Zur Miniatur geschrumpft zieht der Sachzwang ins Subjekt ein. Sie sind jetzt selbst der Standort.
Das Selbst braucht Optimierung; das Optimum verschiebt sich.
„Man muss heute schon an sich arbeiten.“
Die Biografie braucht Verwertbarkeit; alles zahlt aufs Profil ein.
„Das macht sich später gut im Lebenslauf.“
Die Konjunktur braucht Ihren Konsum.
„Die Binnenkonjunktur zählt auf Sie.“
Entgrenzte Arbeit braucht grenzenlose Erreichbarkeit.
„Nur ganz kurz — ist dringend.“
◆ markiert die acht systemischen Original-Sachzwänge; wer sie aufgeschrieben hat, steht im Beipackzettel. Der Rest ist häufig geltend gemachte Volksweisheit und wurde mutually exclusive, collectively exhaustive nachsortiert: jede Karte ein eigener Mechanismus, jeder Mechanismus genau ein Quartett — vom Systemkern (A–C) über die Arenen der Geltendmachung (D–H) bis dorthin, wo der Sachzwang wohnt, wenn er nach Hause kommt (I).
Kundenstimmen
Verifizierter Sachzwang
Nimmt mir jede Entscheidung ab. Wir spielen es jetzt im Aufsichtsrat, statt zu tagen — spart Sitzungsgeld und führt zum selben Ergebnis.
H. K.Vorstandsvorsitzender, DAX-nah
Verifizierter Sachzwang
Endlich versteht meine Familie, warum ich nie da war. Es war der Wettbewerbszwang. Lag als Karte die ganze Zeit auf dem Tisch.
AnonymUnternehmensberater, 60 Std./Woche
Verifizierter Kauf
Ein Stern Abzug: Die rebus-sic-stantibus-Klausel hat bei uns tatsächlich eine Diskussion ausgelöst, ob es auch anders ginge. Sowas wollen wir hier nicht.
R. M.Haushaltspolitiker a. D.
Verifizierter Sachzwang
Habe mit dem Arbeitsplatzargument reihum alle gestochen. Funktioniert am Spieltisch exakt wie im Ausschuss. Höchste Entlastungswirkung im Deck.
DelegierteVerhandlungsrunde, dritte Nacht
Verifizierter Kauf
Der vermögensakkumulative Wachstumszwang ist mein Lieblingsblatt. Maligne, aber sticht fast alles. Verliere trotzdem gern — es geht ja ums Prinzip.
VermögensverwalterZug, mit Aussicht
Verifizierter Kauf
Empirisch über weite Strecken nicht haltbar. Genau deshalb erschreckend realistisch. Ich unterrichte damit jetzt Wirtschaftsethik im Grundstudium.
Prof. Dr. em.Lehrstuhl mit Restskepsis